Wandbündige Vitrinen

In einer herkömmlich montierten Küche nimmt man den Schrank als massives Objekt wahr, das vor der Wand steht. Beim frontbündigen Einbau hingegen verschwindet der Korpus vollständig im Mauerwerk oder in einer Trockenbauwand. Wird ein Vitrinenschrank auf diese Weise eingebaut, wirkt er wie ein Fenster – insbesondere bei eingeschalteter Innenbeleuchtung.
Dadurch wird die Vitrine nicht mehr als Möbelstück wahrgenommen, sondern als eine Öffnung in der Architektur. Es ist, als blicke man durch ein Fenster in einen beleuchteten Nebenraum oder eine Nische statt auf ein Regal. (In diesem Beispiel interessant gelöst mit einer Schreibtafel dazwischen.)
Dieser Fenstercharakter von Vitrinen markiert einen Wendepunkt weg von der rustikalen Gemütlichkeit hin zu einer puristischen, beinah musealen Ästhetik. Während klassische Landhausküchen auf Tiefe, haptische Profile und hervorstehende Schränke setzen, nutzt dieses Design das Prinzip der Immaterialität.



